Geschichte der Gemeinde Leisach
Es darf angenommen werden, dass das Gebiet von und um Leisach wegen der günstigen und sonnigen Lage schon zur Zeit der Kelten (Laianken) ein begehrtes Siedlungsgebiet gewesen sein muss. Zur Römerzeit führte eine Straße von Agunt über Leisach und Burgfrieden nach Brixen (Römerstein in Burgfrieden). Eine Siedlung in dieser Zeit ist geschichtlich nicht erwiesen, doch dürfte es im Gebiet des heutigen Leisach einzelne Höfe gegeben haben. Erst während der Slawenzeit soll eine geschlossene Siedlung mit der Bezeichnung "Liubscach" oder "Liubisach" entstanden sein. Um 1060 wird "Liubisach" in einer Brixner Urkunde erstmals erwähnt. Um 1100 übergibt Graf Heinrich von Lechsgemände dem Bischof von Brixen ein nicht näher bekanntes Schloss bei Liubisach. Dieses "Schloss" war mit Sicherheit die Neuenburg oder Nivenburg, auf der die Herren von Nivenburg hausten. Urkundlich werden Alban, Heinrich, Conrad und Hugo die Nivenburger genannt: Diese waren wohl zu Anfang Ministerialen der Brixner Bischöfe, dann aber Dienstleute der Görzer Grafen. Diese Nivenburg war somit die Kernzelle der späteren Klause, die man schon bald (1253) als "Lienzer Klause" bezeichnete. Erwähnenswert ist noch ein anderer "Burgstall" auf Leisacher Boden. Diese sagenumwobene kleine Befestigungsanlage am Abhang des Schlossberges wurde lange Zeit für die Nivenburg gehalten; erst neuere Forschungen erbrachten den richtigen Standort. Dieses "Rabagschlössl", wie es im Volksmund bezeichnet wird, war wohl eine der vielen Burganlagen im Kranz um Lienz und sicher zum Schutz der Stadt von den Görzern im 13. Jhdt. erbaut. Nur noch karge Reste dieser Burg blieben erhalten. Um 1300 wird im Urbar (= Verzeichnis von Herrschaftsgründen und ihren Einkünften) der Görzer Grafen 
Liubisach als einer der Hauptorte des Amtes Lienz genannt.
1545 wird in einer Steuerbeschreibung des Pustertales auch die "Rotte Leussach" erwähnt.